Feinstaub, Stuttgart
Die Landeshauptstadt Stuttgart startete am 12. Januar 2010 einen Versuch zur Feinstaubbekämpfung mit Calcium-Magnesium-Acetat (CMA).
Die Landeshauptstadt Stuttgart startete am 12. Januar 2010 einen durch die Landesanstalt für Umwelt, Messung und Naturschutz Baden Württemberg (LUBW) begleiteten Versuch zur Feinstaubbekämpfung mit Calcium-Magnesium-Acetat (CMA). Der Versuch auf der B 14 wurde Ende Februar 2010 beendet. Ein weiterführender Versuch fand von November 2010 bis zum Frühjahr 2012 statt. Messergebnisse liegen noch nicht vor.
CMA ist eine Lösung von Calcium- und Magnesiumacetat in Wasser, welche umweltfreundlich als Taumittel im Winterdienst und aufgrund seiner molekularen Struktur auch zum Binden von Feinstaub geeignet ist. Die Wiederaufwirbelung von Feinstaub kann reduziert werden, sofern die Lösung alle 2 Tage auf der Straße ausgebracht wird. Dies haben erste Praxisvoruntersuchungen in Stockholm, Klagenfurt und Halle gezeigt. Für Stuttgart ist die Wirkung der Maßnahme bisher nicht nachgewiesen, deshalb der Versuch.
Die umfangreichen Vorbereitungsarbeiten und die Versuchsdurchführung werden vom Referat Städtebau und Umwelt und dem Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) mit tatkräftiger Unterstützung der LUBW vorgenommen.
Während des genannten Zeitraums wird das CMA durch den AWS alle 48 Stunden jeweils vor dem morgendlichen Berufsverkehr auf der B14 (Abschnitt zwischen Neckartor beim ADAC und dem Heinrich-Baumann-Steg über die Cannstatter Straße) auf die komplette Fahrbahn aufgetragen.
Das CMA hat einen leichten Essiggeruch, welcher sowohl von Anwohnern, Autofahrern und Fußgängern wahrgenommen werden kann. Von diesem Essiggeruch gehen keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder Gefahren aus. CMA ruft keine Korrosionsschäden an Fahrzeugen hervor. Die Autofahrer müssen sich im Bereich der Teststrecke auf nasse bzw. feuchte Fahrbahnverhältnisse einstellen.
Während der Versuchsphase wird die LUBW durch Abgleich mit Messergebnissen an weiteren Messstationen im Bereich stark belasteter Strecken in Stuttgart die Höhe der PM10-Reduzierung ermitteln. Nach Abschluss des Versuchs wird über die Ergebnisse informiert und über die Eignung des CMA zur Feinstaubminderung auch auf anderen Stuttgarter Straßen entschieden.
Eingesetzt wird das CMA-Produkt ICE & DUST-AWAY, welches kostenlos von der NORDISK ALUMINAT A/S für den Versuch zur Verfügung gestellt wird. RAW Handel und Beratungs GmbH begleitet das Stuttgarter Projekt und ist seit mehreren Jahren im Rahmen einer projektbezogenen Beratung für NORDISK ALUMINAT A/S in Deutschland für die Thematik Feinstaubreduzierung zuständig.